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Kino im alten Stadttheater und im Gastgarten
Wanderkino in Klagenfurt: 1905 keine Sensation mehr !

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Im Juni des Jahres 1905 war das alte Klagenfurter Stadttheater schon in einem sehr desolaten Zustand und sicher kein Ort, der für besondere Aufmerksamkeit sorgte. Bereits im Oktober 1908 erfolgte der Spatenstich für das neue Theater. Ohne zusätzliche Attraktionen war ein Wanderkino zu dieser Zeit keine Besonderheit mehr und so finden sich vom Wiener Kinematographenbesitzer Emerich Frank auch nur 3 kurze Mitteilungen in der Klagenfurter Zeitung.
Herr Mühlhans aus Abbazia, der mit seinem „Rolandograph“ im Gastgarten „Zur Glocke“ im August 1905 Station macht, verlässt sich schon eher auf die neuen polychromen Lichtbilder, die Ansichten aus verschiedenen Ländern zeigen. Die „lebenden Bilder“ vom „jüngste Konklave und der Thronbesteigung Papst Pius X.“ sind zum Zeitpunkt der Vorführung bereits zwei Jahre alt.



Stadttheater
 Das alte Klagenfurter Stadttheater
(Kinematograph.) Nächster Tage eröffnet Herr Emerich Frank aus Wien hier im Stadttheater eine Reihe von Vorstellungen mit dem Meßterschen Kinematographen. Es kommen Bilder von Kriegsschauplätzen, Genre- und humoristische Bilder etc. zur Darstellung. Meßters Kinematograph (Taunnatopraph?) zeichnet sich durch besonders reine und klare Reproduktion aus. Das umfangreiche Programm ist frei von anstößigen Bildern.
Klagenfurter Zeitung, Nr.124, 30. Mai 1905, Seite 1274

(Meßters Kinematograph.) Die angekündigten kinematographischen Vorführungen in unserem Stadttheater beginnen morgen, Samstag, um 8 Uhr abends.
Klagenfurter Zeitung, Nr.133, 10. Juni 1905, Seite 1366

(Meßters Kinematograph.) Mit Rücksicht auf die Sonnwendfeier wurde gestern keine Vorstellung abgehalten. Heute, Montag, und morgen, Dienstag, finden im hiesigen Stadttheater die beiden letzten Vorstellungen statt, und zwar werden den bisherigen Bildern einige neue, vorzugsweise humoristischer Art, hinzugefügt werden. Die interessanten, sehenswerten Vorstellungen beginnen um 8 Uhr abends.
Klagenfurter Zeitung, Nr.140, 20. Juni 1905, Seite 1444


(Projektionstheater „Rolandograph“.) Im Gastgarten „Zur Glocke“ gibt Herr F.R. Mühlhans aus Abbazia heute und morgen um halb 9 Uhr abends beginnende Projektions- und Kinema-Theatervorstellungen mit überaus reichhaltigem Programme.


 Der Gastgarten „Zur Glocke“ war an der Kreuzung Paulitschgasse / Bahnhofstraße, dort wo heute das Kelag-Gebäude steht.
Zuerst werden polychrome Lichtbilder, Ansichten aus verschiedenen Ländern, ethnographische Studien, Reproduktionen berühmter Gemälde, Bauten, Skulpturen und Denkmäler, projiziert werden, worauf dann kinematographische Vorführungen (u.a. die nach Motiven der Berliozschen „Verdammung Fausts“ inszenierte Phantasie „Faust in der Hölle“, Kriegsbilder aus Ostasien, Genrebilder und Metamorphosen) folgen. Es ist für Belehrung und Unterhaltung in gleicher Weise gesorgt.
Klagenfurter Zeitung, Nr.178, 5. August 1905, Seite 1844

(Vergnügungsanzeiger.) Die Projektionstheater-Vorstellung des Herrn F. Mühlhans hat das Publikum, das sich gestern recht zahlreich im „Glocken“-Garten einfand, sehr angenehm überrascht. Die schönen, klaren Polychromobilder führten Städte- und Landschaftsbilder aus verschiedenen Ländern, sowie allerlei Kunstwerke aus den Gebieten der Architektonik, Malerei und Skulpturen vor Augen. Dann folgten „lebende Bilder“, und zwar kinematographische Darstellungen von Szenen aus dem Kriege in Ostasien, das jüngste Konklave und die Thronbesteigung Papst Pius X., Szenen aus dem neronischen Rom, humoristische Bilder, endlich die wirkungsvolle phantastische Darstellung „Faust in der Hölle“. Die deutlichen, reinen Kinemabilder riefen wiederholt lauten Beifall hervor. Heute, Samstag, findet bei der „Glocke“ ein zweiter Projektionsabend mit größtenteils neuem Programme statt.
Klagenfurter Zeitung, Nr.179, 6. August 1905, Seite 1854


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 Klagenfurt, Kino, Stadttheater, Geschichte, 1905