Zu den bekanntesten Wanderkino-Besitzern der Monarchie gehörte der aus St.Pölten stammende Louis Geni. Bereits vor der Jahrhundertwende war er mit seinem Wandervarieté - in dem auch Nebelbilder gezeigt wurden - in den Kronländern unterwegs. L. GENI KINEMATOGRAPH Im Jahre 1902 beschloß Louis Geni vom Panoptikum auf den damals neuen Kinematographen umzustiegen. Bereits zu Pfingsten 1903 besuchte Geni mit seinem "Bioskop" die Landeshauptstadt Klagenfurt. Vom 31. Mai bis 7. Juni zeigte er lebende Bilder auf der Geyerschütt. Louis Geni ist für die österreichische Film- und Kinogeschichte von besonderer Bedeutung, da sein Sohn Arthur die "Erinnerungen an die Anfänge der Kinematographie" niedergeschrieben hat. Über den Besuch 1903 in Klagenfurt schreibt Arthur Geni: "Diesen Sommer bekamen wir die damals neuen Flammen - Bogenlampen. Als wir in Klagenfurt eröffneten kam die Feuerwehr angefahren. Es war diesen Tag etwas dunstige Luft und da wirkte dieses rote Licht wie ein Riesenbrand." Auch in der "Klagenfurter Zeitung" fand der Besuch seinen Niederschlag:


(Genis Kinematograph.) Seit einigen Tagen befindet sich auf der Geyerschütt L. Genis Kinematograph, dessen Vorführungen stets den lebhaftesten Beifall des zahlreichen Publikums finden, da der vortreffliche, mit den jüngsten technischen Verbesserungen ausgestattete Apparat klare, ruhige und schöne lebende Bilder hervorbringt und anderseits auch das Repertoire dieser Vorführungen volles Interesse verdient. Heute und morgen kommt neben heiteren Genrebildchen die Bilderfolge "Aus dem Leben eines Spielers", Freitag das Märchen "Dornröschen" zur Darstellung. Die Vorstellungen finden jedesmal um 5, 6, 7 und 8 Uhr abends statt. Am Samstag, um 9 Uhr, ist Herrenabend.
Klagenfurter Zeitung, Nr.125, 4.Juni 1903, Seite 1226


(L. Genis Kinematograph.) Die gestrige Vorführung des duftigen Märchens "Dornröschen" in einer Reihe ausgezeichneter lebender Bilder fand bei Groß und Klein lebhaftesten Beifall. Auch die reizenden, luftigen Genrebildchen der ersten Abteilung gefielen allgemein. Ueber vielseitiges Verlangen wird morgen das packende Drama "Aus dem Leben eines Spielers" in der wirkungsvollen Bilderfolge wieder zur Darstellung gelangen. Morgen, Sonntag, finden die letzten Vorstellungen in dem sehenswerten Kinema-Theater auf der Geyerschütt statt.
Klagenfurter Zeitung, Nr.128, 7.Juni 1903, Seite 1252



Zurück zur "Klagenfurter Kinogeschichte"

Klagenfurter Zeitung 5.6.1903
Klagenfurter Zeitung
5.Juni 1903



Zur Startseite Bitte keine Übernahme von Texten ohne korrekte Nennung des Autors und der Forschungsstelle.
Bei Fotos und Grafiken Verwendung nur bei Genehmigung durch den Autor !