Kärntens allererster Film

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Bioskop ist eingetroffen. Salon Hotel Sandwirt Klagenfurter Zeitung, 22.Oktober 1899, Seite 2219.


Drei Jahre nach der ersten Filmvorführung hielt auch die Kamera Einzug in Klagenfurt. Kaiser Franz Joseph I. besuchte im September 1899 die Herbstmanöver in Kärnten und der, 1863 in Herford in Preußen geborene, reisende Schausteller Johann Bläser war mit seinem Bioskop in Klagenfurt und drehte die ersten zwei "Films" in Kärnten. Nicht ganz ohne technischen Schwierigkeiten, wie man am 26. Oktober 1899 in der "Klagenfurter Zeitung" lesen konnte.

Ankunft von Kaiser Franz Joseph. Foto: Alois Beer Ankunft von Kaiser Franz Joseph und Erzherzog Franz Ferdinand am Klagenfurter Hauptbahnhof.

Trotz intensiver Suche sind die beiden Filme aus dem Jahre 1899 noch nicht gefunden worden. Einen Eindruck vom Film "Die Abfahrt vom Bahnhofe bei der Ankunft in Klagenfurt" gibt das Foto des aus Klagenfurt stammenden k.u.k. Hof- und Marine-Photographen Alois Beer. Mit großer Wahrscheinlichkeit waren Bläsers Filmkamera und Beers Fotoapparat in unmittelbarer Nähe gestanden. Die Vorstellungen des Jahres 1899 waren gut besucht und so kam Johann Bläser 1901 mit neuem Gerät wieder nach Klagenfurt.






Klagenfurter Zeitung

(Die Bioskopvorstellungen) im "Sandwirt"-Saale sind sehr gut besucht und verdienen dies auch. Einige Bilder sind zwar etwas "flatterhaft", die meisten aber in ruhiger Beleuchtung sehr sehenswert, namentlich die farbigen, wie "Serpentinentanz", "der Landmann". Von den Bildern über die Anwesenheit Sr. Majestät des K a i s e r s in Klagenfurt ist das erste, "die Abfahrt vom Bahnhofe bei der Ankunft in Klagenfurt" etwas trüb, das zweite aber "Abfahrt aus der Burg nach dem Wörthersee" sehr günstig beleuchtet. Für morgen, Donnerstag, sind neue Bilder angesagt.
Klagenfurter Zeitung, Nr. 246, 26. Oktober 1899, Seite 2244


Sandwirt-Saal Die Vorstellungen im Sandwirt-Saale sind gut besucht.

(Die Bioskopvorstellungen) im Saale des "Hotel Sandwirt" waren auch gestern gut besucht und das neue Programm fand lebhaften Beifall. Besonders hübsch sind die Nummern "Tiroler Nationaltanz", "Schmetterlingstanz" etc. Viel Heiterkeit erregten die komischen Bilder "Der gestörte Fischer" und "Der schlafende Kutscher". Sehr hübsch und klar ist das Bild "Der Mimiker", bestehend aus 600 Momentaufnahmen. Abends um 9 Uhr fand eine sehr gut besuchte Herrenvorstellung statt. Der Besuch der Bioskopvorstellungen kann jedermann als interessant und unterhaltend empfohlen werden.
Klagenfurter Zeitung, Nr. 248, 28. Oktober 1899, Seite 2264




(Bioskop.) Herr J. Bläser wird Ende dieses Monates hier mit einem verbesserten Kinematographen (Modell 1901) eine Reihe von Vorstellungen veranstalten. Der neuartige, Bisokop genannte Apparat wird auf der Geyerschütt zur Aufstellung gelangen und ist mit einer eigenen elektrischen Lichtanalage mit Motorbetrieb ausgestattet. Die Vorstellungen beginnen am 25. d. M.; das Bisokop bleibt nur zehn Tage hier.
Klagenfurter Zeitung, Nr. 236, 13. Oktober 1901, Seite 2078

Bläser's Bioskop Bläsers Kinematograph mit eigener Lichtanlage

(Bioskop.) Seit gestern finden auf der Geyerschütt interessante, sehenswerte Vorstellungen mit dem sogenannten Bioskop, der jüngsten Verbesserung des Kinematographen, statt. Der Unternehmer Herr J. Bläser ließ zur wirkungsvollen Beleuchtung der lebenden Photographien eine eigene elektrische Lichtanlage mit Motorbetrieb aufstellen. Die Vorstellungen finden an Wochentagen stündlich von 2 Uhr nachmittags bis 9 Uhr abends, an Sonntagen um 10 und 11 Uhr vormittags, dann wieder stündlich von 2 Uhr nachmittags bis 8 Uhr abends statt. Bei dem neuwertigen Apparate wird das sonst so störende Flimmern der Bilder fast gänzlich vermieden. Die lebensgroßen Photogramme sind klar und deutlich. Das jeden dritten Tag wechselnde Programm verzeichnet Aufnahmen von den Salzburger Kaisertagen, vom Krieg in China, von den Uebungen der Gebirgsartillerie in Trient, sowie heitere Genrebilder, dann für morgen (27.d.M.) und übermorgen humoristische Darbietungen und die Bilderreihe "Der verlorene Sohn".
Klagenfurter Zeitung, Nr. 248, 27. Oktober 1901, Seite 2188

(Bläsers Kinematograph) auf der Geyerschütt bleibt nur noch bis einschließlich 3.d.M. hier. Die sehenswerten Vorstellungen sind jedesmal sehr zahlreich besucht. Das gegenwärtige Programm bringt heitere Genrebilder (theilweise coloriert), Scenen aus einer Schwimmschule, die Salzburger Stadtbrücke mit ihrem Verkehre, eine reizende Piece "Das lebende Bilderbuch", Verwandlungsbilder, die Einfahrt eines Schnellzuges u.s.w..
Klagenfurter Zeitung, Nr. 252, 1. November 1901, Seite 2223

(Bläsers Kinematograph) auf der Geyerschütt gibt morgen und am Montag die letzten Vorstellungen, deren Besuch in Anbetracht der interessanten Darbietungen bestens empfohlen werden kann.
Klagenfurter Zeitung, Nr. 253, 3. November 1901, Seite 2232


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