Aus der Klagenfurter Zeitung

Zeitungsartikel zur Entstehung der ersten Stand-Kinos in Klagenfurt


08.4.1908: Kinematographen-Vorstellungen (Köstner)
24.4.1908: Das erste Klagenfurter Kino Theater (Köstner)
03.5.1908: Kinematograph - Stromabschaltung (Köstner)
14.5.1908: Kinematograph (Köstner)
17.5.1908: Ankündigung (Prechtl)
20.5.1908: Wochenprogramm (Köstner)
24.5.1908: Eröffnung im Laufe der Woche (Prechtl):
26.5.1908: Oberammergauer Festspiele (Köstner)
04.6.1908: Wochenprogramm (Köstner)
07.6.1908: Eröffnung des Reform-Kinematograph am Pfingstsonntag (Prechtl)
12.6.1908: Reform-Kinematograph: Bericht von der Eröffnung (Prechtl)
14.6.1908: Kinematograph im Hotel Grömmer (Köstner)
17.6.1908: 2. Serie im Reform-Kinematograph (Prechtl):
18.6.1908: Wochenprogramm (Köstner)
25.6.1908: Kaiserhuldigungsfestzug im Reform-Kinematographen (Prechtl):
26.6.1908: "Der Wiener Huldigungs-Festzug" (Prechtl)

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(Kinematographen Vorstellungen) finden nunmehr täglich im großen Saale des Hotels "Grömmer" statt und läßt es sich das unter Leitung des hiesigen Spenglermeisters Karl Köstner stehende Unternehmen angelegen sein, dem Publikum stets Neues in bester Form zu bieten.
Klagenfurter Zeitung, Nr. 81, 8.April 1908, Seite 799


(Das erste Klagenfurter Kino Theater) des Karl Köstner im Saale des Hotel "Grömmer" erfreut sich ob der wirklich gediegenen Darbietungen eines konstant guten Besuches. Köstner hat den Versuch unternommen, ein ständiges Kinematographen Theater in unserer Stadt einzuführen, und allem Anscheine nach dürfte dieser Versuch auch glücken. Aus dem dieswöchigen Programme sind ganz besonders hervorzuheben der "Karneval in Nizza", die "Leidensgeschichte der Königin Antoinette von Frankreich" und das spannende Drama "Um eine Blume". Großen Lacherfolg haben die komischen Bilder "Meine Schwiegermutter ist ein Engel", "Johann der Kinderwärter" und "Der kleine Max malt". Humor und Ernst wechseln in guter Folge, wodurch die Vorstellungen an Interesse gewinnen.
Klagenfurter Zeitung, Nr. 94, 24.April 1908, Seite 938


(Kinematograph.) Wegen Einstellung des elektrischen Stromes entfällt die morgen nachmittags übliche Vorstellung um 3 Uhr.
Klagenfurter Zeitung, Nr.102, 3.Mai 1908, Seite 1021


(Kinematograph.) Im anheimelnd ausgestatteten Köstnerschen Kinematographen-Theater auf der Geyerschütt werden durchwegs erstklassige Bilder gezeigt und erwecken aus dem dieswöchigen Programme einige besonderes Interesse, so z.B. der rationelle Betrieb der Landwirtschaft in Dänemark, die Rettung eines Kindes durch seine Lieblinge, die Krabbenfängerin u.s.w. Durch die Einschaltung von Bildern mehr humoristischen Inhaltes würde sich das Interesse gewiß noch mehr steigern, ein Wunsch, der leicht zu erfüllen wäre und dem Kinotheater ein Stammpublikum sichern würde. Der allabendlich gute Besuch spricht für das Bedürfnis eines solchen Unternehmens.
Klagenfurter Zeitung, Nr.111, 14.Mai 1908, Seite 1120


(Der Klagenfurter Reform-Kinematograph,) Schulhausgasse 25, welcher von Hermann Prechtl aus Klagenfurt in den Parterre-Räumlichkeiten dieses Hauses errichtet und demnächst eröffnet wird, verspricht seiner, im großen Stile angelegten Reklame und dem Umfange der Adaptierungsarbeiten nach zu schließen, ein erstklassiges Etablissement zu werden. Ein ständiges, stabiles elektrisches Theater ist umsomehr zu begrüßen, da bereits kleinere Städte als Klagenfurt solche besitzen.
Klagenfurter Zeitung, Nr.114, 17.Mai 1908, Seite 1150


(Kinematograph Köstner.) Das dieswöchige Programm umfaßt nebst einigen hochkomischen Bildern eine "Wanderung durch Palästina", ferner das Drama "Das Geheimnis des Uhrmachers", sowie das prächtig kolorierte Schaustück "Die Schmuckkassette des Najah". Nächste Woche kommen die Oberammergauer Passionsspiele zur Vorführung, die jedenfalls ungeteiltes Interesse erwecken werden.
Klagenfurter Zeitung, Nr.116, 20.Mai 1908, Seite 1175


(Reform-Kinematograph.) Im Lokale der ehemaligen Schwechater Bierhalle (Schulgasse) wird ein Kinematographen-Unternehmen eingerichtet, wie es praktischer und vornehmer nicht gedacht werden kann. Das große, luftige Lokal wurde einer seinem Zwecke entsprechenden Adaptierung unterzogen und bietet den Besuchern die größtmögliche Bequemlichkeit. Der für den amerikanischen Apparat feuersicher gebaute Raum ist von Logen flankiert. Die Projektionen werden zum Unterschiede von den bisherigen Kinematographen nicht auf Leinwand, sondern auf einer stabilen, in Gips ausgeführten Wandfläche stattfinden, wodurch die Bilder an Reinheit und Plastik gewinnen. Das unter der Leitung Prechtls stehende Unternehmen wird im Laufe dieser Woche eröffnet werden.
Klagenfurter Zeitung, Nr.120, 24.Mai 1908, Seite 1214


(Kinematograph Köstner.) Ein wahres Schaustück bildet die Vorführung der Oberammergauer Passionsspiele. Die Bilder, der Mehrzahl nach prächtig koloriert, erschöpfen in voller Schönheit die Geburt des Heilands, sowie sein Wirken und seine Wunder und veranschaulichen in erhebender und ergreifender Weise seinen Leidensweg und Tod. Die prächtigen Bilder: Die Auferstehung und Himmelfahrt bilden den Schluß dieses Zyklus. Die Vorstellungen waren gestern überaus stark besucht.
Klagenfurter Zeitung, Nr.121, 26.Mai 1908, Seite 1231


(Kinematograph Köstner.) In dem dieswöchentlichen Programme finden sich sehr hübsche Darstellungen, so das Drama "Der Schiffsjunge", "Die Verführerin" und die hochkomischen Bilder "Der Schlittschuhläufer", "Schwiegersohn" und "Flohzirkus". Von den vorgenannten komischen Sachen löste das erste Bild bei den Kindern große Heiterkeit aus. Prächtig koloriert sind auch die "Zaubergläser". Die Zwischenpausen werden durch Klavierspiel angenehm ausgefüllt und unterhält man sich sehr gut.
Klagenfurter Zeitung, Nr.128, 4.Juni 1908, Seite 1304


(Der Reform-Kinematograph,) ein Unternehmen, das in bezug auf Ausstattung unserer Stadt zur Zierde gereicht, wird am Pfingstsonntage in den vollständig adaptierten Lokalitäten der ehemaligen Schwechater Bierhalle in der Schulhausgasse eröffnet. Schon das erste Programm ist mit gutem Geschmacke zusammengestellt. Dasselbe bringt außer einer Reihe von Bildern wissenschaftlichen Genres auch solche humoristischen Inhaltes, so daß jeder Besucher auf seine Rechnung kommen dürfte.
Klagenfurter Zeitung, Nr.131, 7.Juni 1908, Seite 1332


(Der Reform-Kinematograph,) von H.Prechtl in den geschmackvoll renovierten Räumlichkeiten der ehemaligen Schwechater Bierhalle in der Schulgasse eingerichtet, wurde am Pfingstmontage unter großem Andrange des Publikums, welches sich bei den gediegenen Darbietungen trefflich unterhielt, eröffnet. Es herrschte nur eine Stimme der Lobes über die Schönheit der Bilder, von welchen insbesondere die kolorierten geradezu faszinierend wirken. Von letzteren wären insbesondere hervorzuheben die "Alten und modernen Tänze", "Die Seelenwanderung" und "Der moderne Bildhauer". "Die Rache eines gemaßregelten Eisenbahnbediensteten" hält den Besucher in größter Spannung, ebenso die Episode "Die Tochter des Bergmannes". Im Gegensatze zu dem düsteren Charakter der im alten Pompeji spielenden Szenen "Die Rivalin" bergen das "dreifache Rendezvous", die "Flucht eines Galeerensträflings" und "Poesie und Musik" eine Fülle des Heiteren in sich, die sich allgemein der Stimmung des Publikums mitteilt. Von großem sportlichen Interesse sind die Bilder vom "Wintersport in St. Moriz in der Schweiz". Alles in allem beruht das Unternehmen auf einer Grundlage, die von vornherein für den Erfolg bürgt.
Klagenfurter Zeitung, Nr.134, 12.Juni 1908, Seite 1372


(Im Kinematographen Köstner,) welcher ab 15. d.M. die Vorstellungen im Hotel Grömmer veranstaltet, kommt nächste Woche ein auserlesenes Programm zur Abwicklung. Besondere Anziehungskraft dürfte der Kinder-Huldigungsfestzug in Schönbrunn ausüben. Für Mittwoch und Samstag nachmittags sind ermäßigte Preise vorgesehen.
Klagenfurter Zeitung, Nr.136, 14.Juni 1908, Seite 1392
Anmerkung für Ortskundige: Das "Hotel Grömmer" war in der Adlergasse Nr.1, dort wo sich heute die "Kammerlichtspiele" befinden.


(Reform-Kinematograph Prechtl.) In dem vornehm ausgestatteten Etablissement gelangt die zweite Serie zur Aufführung, die sich ebenso wie die erste durch Reinheit der Bilder, bei möglichst flimmerfreier Bewegung, auszeichnet. Aus dem reichhaltigen und abwechlungsreichen Programme Einzelnes herauszugreifen, erachten wir für nicht notwendig, da das ganze Programm das vollste Interesse der Besucher in Anspruch nimmt. Wenn wir dennoch die Bilderserie "Von Zambesi bis Zentralafrika" und das "Panorama von Stockholm", sowie das Manöverbild "Italienische Artillerie" und die "Wintersportbilder aus Chamonix" erwähnen, so wollen wir damit das Beste von dem wirklich Guten kennzeichnen. Der andauernd zahlreiche Besuch läßt die Hoffnung zu, daß dieses erstklassige Unternehmen unserer Stadt erhalten bleibt.
Klagenfurter Zeitung, Nr.138, 17.Juni 1908, Seite 1417


(Im ersten Klagenfurter Kinematographen-Theater,) welches nun sein Heim im Hotel "Grömmer" bezogen hat, gelangt diese Woche ein sehr hübsch zusammengestelltes Programm zur Abwicklung. Das große Drama "Der Brandstifter", in 30.000 Aufnahmen, ferner einige urkomische Bilder, darunter "Erlebnis eines Narren", sowie die "Laufbahn eines modernen Hutes", und einige prachtvolle kolorierte Zauberbilder nehmen das Interesse der Besucher vollauf in Anspruch. Köstner bringt außerdem den Kinderhuldigungsfestzug in Schönbrunn, der insbesondere bei Kindern lebhafte Freude wecken wird.
Klagenfurter Zeitung, Nr.139, 18.Juni 1908, Seite 1427


(Im Reform-Kinematograph,) Schulhausgasse 25, gelangt heute, Sonntag, zum letztenmal das zweite Programm zur Vorführung. Vorstellungen finden statt um 10 Uhr vormittags, 2, 4 und 6 Uhr nachmittags und 8 Uhr abends. Die Interessenten werden besonders auf die bereits durchgeführte Erhöhung der Logen und numerierten Sitze aufmerksam gemacht und kann der Besucher nun von jedem Sitze aus das Bild bequem übersehen.
(Das Gordon-Bennet-Automobilrennen) gelangt ab Montag bei dem einsetzenden dritten Programme in Prechtls Kinematograph, Schulhausgasse 25, zur Vorführung. Außerdem eine reichhaltige Zusammenstellung interessanter Natur-, prachtvoll kolorierter und hochkomischer Aufnahmen.
Klagenfurter Zeitung, Nr.141, 21.Juni 1908, Seite 1447


Kaiserhuldigungsfestzug 1908 Am 12. Juni 1908 zog der Kaiserhuldigungsfestzug über die Wiener Ringstraße, 14 Tage später war er in Prechtls Reform-Kinematographen zu sehen.

(Der Kaiserhuldigungsfestzug) wird im Kinematographen Prechtl (Schulgasse) von heute an täglich in hervorragend künstlerischen Aufnahmen der Firma Pathés Frères im Anschlusse an das übrige Programm vorgeführt.
Klagenfurter Zeitung, Nr.144, 25.Juni 1908, Seite 1483


(Prechtls Reform-Kinematograph.) Als ein Schlager ersten Ranges stellt sich "Der Wiener Huldigungs-Festzug" dar, der gestern zum erstenmal den Besuchern des Etablissements vorgeführt wurde. Der Film, welcher der längste bis jetzt erzeugte ist, kostet das nette Sümmchen von beinahe tausend Kronen und zeigt tadellose Ausführung. In mehr als halbstündiger Dauer ziehen die glanzvollen Bilder vor dem Kaiserzelte vorbei und ohne Mühe und Strapazen kann man sich die Wiener Festtage ansehen. Wir glauben, daß Prechtl zu viel bietet und das Publikum verwöhnt, denn der Festzug allein bildet ein Schaustück für einen Abend. Wenn wir aber noch das übrige Programm in Betracht ziehen, so kommt man zu dem angenehmen Schlusse, daß wirklich viel des Guten geboten wird. Herrliche Aufnahmen zeigt die Reise nach Schottland und ungewöhnliches Interesse bringt man dem Gordon-Bennet-Automobilrennen entgegen. Die seltensten Tiere werden in tadelloser Weise bei einer Wanderung durch den zoologischen Garten in Buenos Aires gezeigt und an dramatischen und humoristischen Bildern ist kein Mangel. Alles in allem: Man kann dem Unternehmen nur wünschen, daß der zahlreiche Besuch anhält und so die Bemühungen des Eigentümers anerkannt werden.
Klagenfurter Zeitung, Nr.145, 26.Juni 1908, Seite 1495



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